
Die Geschichte der Hängematte
Januar 22, 2007 · Kommentar schreiben
Die Geschichte der Hängematte fängt vor fast 1000 Jahren an. Hängematten haben ein reiches und interessantes altes Erbe. Wie diese Miniatur-Hängematte des Goldmuseums von Bogota aus purem Gold beweist, führt uns der Weg nach dem Ursprung der Hängematten zu den Indios Mittel- und Südamerikas. Hängematten wurden dort bereits vor vielen hundert Jahren „ein Geschenk der Götter“ genannt.

In den meisten zentralen amerikanischen Ländern einschließlich Mexiko, Guatemala, Nicaragua, EL-Salvador und CostaRica und südamerikanische Länder wie Brasilien und Ecuador wird die Hängematte seit langer zeit als Schlafplatz verwendet. Es wird allgemein angenommen, daß der Ursprung der Hängematte vor ungefähr 1000 Jahren bei den indianischen Maya liegt. Diese hochentwickelte Kultur, die den sehr genauen Maya Kalender erfand, die architektonisch beeindruckende Pyramiden und die Steinpaläste errichtete, ihr eigenes Schreibenssystem entwickelte und außerordentliche Astronomen und Mathematiker hatte, erfand auch die noch heute verwendete Netz-Hängematte. Die frühesten Hängematten wurden aus der Rinde des Hamack Baums gesponnen. Später ersetzte Sisal die Rinde als das Material für die Hängematte, weil es reichlich vorhandener war und seine Fasern weich gewalkt werden konnten. Baumwolle wird erst seit ca 60 Jahren für die Herstellung von Hängematten verwendet.

Durch den aufblühenden Handel fand die Hängematte auf natürlich seine Weise ihren Weg in das Herz und Haus von Millionen Eingeborenen. Hängematten wurden bald in allen möglichen Stoffen, Farben und Materialien hergestellt. Durch Kolumbus kam die Hängematte nach Europa, wo sie bald für viele europäische Seeleute, besonders Briten und die Franzosen, eise sehr beliebte und verbreitete Schlafstätte für das Schlafen auf dem Schiff wurde. Kein Wunder also, dass ausgerechnet Kolumbus, der ja bekanntermaßen stets neuen Entdeckungen aufgeschlossen war, dieses Relikt lateinamerikanischer Schlafkultur nach Europa brachte. Revolutioniert habe er damit, so die Geschichtsbücher, die Schlafgewohnheiten seiner Matrosen auf harten unbequemen Schiffsbetten. Getreu dem Motto „ausgeschlafen entdeckt sichs besser“ dürfte er nicht zuletzt auch deswegen stets die Nase vorn gehabt haben.
Die Europäer verwendeten im Allgemeinen Segeltuchtuch für ihre Hängematten, welches die Marine drei Jahrhunderte lang benutzte. Diese Marinehängematten waren anders als ihre Vorgänger klein eng und verschwitzt. Im 19. Jahrhundert wurden in Großbritannien Hängematten wegen ihrer Raumeinsparungqualitäten in Gefängnissen eingeführt. Weltweit über 100 Million Leuten benutzen heute die Hängematte als tägliche Betten oder Möbel.

Wie man dem Foto nach unschwer erkennen kann, gelten Hängematten in Lateinamerika auch noch heute als besonders praktisch und bequem, denn sie sind nicht nur ein platzsparender Reisebegleiter sondern schützen auch vor feuchtem Boden und Ungeziefer. In unseren Breiten stellen sie zunächst einmal eine Abwechslung zu vertrauten Liegegewohnheiten dar, die sehr schnell zur lieben Gewohnheit werden kann. Hat man die Trümpfe der Hängematten erst einmal entdeckt – der platzsparende Reisebegleiter, das verzaubernde Liebesnest, ein Platz zum Träumen, ein Mehr an Entspannung und Ruhe – wird man sie nicht mehr missen wollen!
Heute findet man doch so einige Varianten, von den bekannten Netzhängematten, Stoffhängematten bis zu den absurdesten Modellen für unsere lieben kleinen Haustierchen!!

Und da geht noch mehr!! Auch wenn wir nun wirklich darüber streiten können, ob denn ne Pelzhängematte und flauschi pauschi kusche Matten sein müssen!

Auch entsprechende ‘Tagesbetten’ Varianten. Muss jedoch nicht unbedingt aus der Hängematte entsprungen sein, jedoch könnte man ein paar Formparallelen ziehen.

Na dann, die Hängematte, was ist da noch rauszuholen? Zu interpretieren und zu designen? Schläft man denn wirklich gut darin? Oder ist sie doch nur ein Produkt zum ein wenig entspannen? Kann sie mehr sein? Ist sie es bereits? Ist sie mein Bett was ich von daheim mit auf meine Reise nehme und von jener wieder zurück in meine Heimat, worin ich mich dann zurückerinnern kann? Könnte sie also eine Art Tagebuch sein? Meine Reisegeschichte erzählen, ganz persönlich? Oder ist und bleibt sie einfach nur ne Hängematte? Vielleicht kann sie ja mehr! Wir werden sehen.
Fortsetzung folgt…
…ahh, fast hätte ich es vergessen, ja Sie kann auch zum Kunstobjekt werden!!

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Das reicht aber für heute, gute Nacht allerseits, ich werde jetzt doch mein großes Bett aufsuchen!
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